Dr. Katharina Schubert – Blockchain-Strategin für Nachhaltigkeit

Dr. Katharina Schubert

Manager Digital Innovation, MHP – A Porsche Company

MHP – Management- und IT-Beratung GmbH

Automotive Digitalisierung Blockchain Supply Chain Connected Mobility Digital Transformation Porsche Group

MHP: Digitale Transformation im Herzen der Automobilindustrie

Dr. Katharina Schubert arbeitet bei MHP – Management- und IT-Beratung GmbH, einem Beratungsunternehmen der Porsche-Gruppe, das auf die digitale Transformation von Automotive- und Fertigungsunternehmen spezialisiert ist. MHP begleitet OEMs, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister dabei, ihre Geschäftsprozesse, IT-Architekturen und Produktionssysteme auf die Anforderungen der digitalen Wirtschaft auszurichten. Als Teil des Porsche-Konzerns hat MHP direkten Einblick in die Anforderungen eines der technologisch anspruchsvollsten Kundenfelder weltweit.

Diese Kombination – tiefes Automotive-Branchenwissen gepaart mit IT-Beratungsexpertise – macht Dr. Schubert zu einer besonders wertvollen Stimme beim Blockchain Hackathon Stuttgart: Sie weiß nicht nur, wie Blockchain technisch funktioniert, sondern auch, welche Hürden eine Technologie überwinden muss, bevor sie in einem Großunternehmen wie einem Automobilhersteller oder -zulieferer produktiv eingesetzt werden kann.

Blockchain in der Automobillieferkette

Eine der drängendsten Herausforderungen im Automotive-Sektor ist die Rückverfolgbarkeit von Fahrzeugkomponenten entlang komplexer, mehrstufiger Lieferketten. Ein modernes Fahrzeug besteht aus Tausenden von Bauteilen, die von Hunderten von Zulieferern in verschiedenen Ländern produziert werden. Im Rückruffall oder bei Qualitätsproblemen müssen Hersteller in der Lage sein, betroffene Chargen schnell und zweifelsfrei zu identifizieren – ein Prozess, der mit papierbasierten oder proprietären digitalen Systemen oft Tage in Anspruch nimmt.

Blockchain-Technologie bietet hier einen strukturellen Vorteil: Jede Komponente erhält bereits beim Zulieferer einen digitalen Fingerabdruck, der unveränderlich auf einem gemeinsamen Ledger verankert wird. Bei jedem Übergang in der Lieferkette – vom Tier-2-Lieferanten zum Tier-1, vom Tier-1 zum OEM, vom OEM zum Händler – wird der Datensatz um neue Informationen ergänzt und signiert. Das Ergebnis ist eine lückenlose, manipulationssichere Herkunftshistorie, die im Rückruffall sofort abrufbar ist und den Kreis betroffener Fahrzeuge präzise einzugrenzen erlaubt.

Connected Mobility und die Identität des Fahrzeugs

Ein zweites Themenfeld, in dem Dr. Schubert die Hackathon-Teams inspirierte, ist die Frage der Fahrzeugidentität in einer vernetzten Mobilitätswelt. Wenn Fahrzeuge autonom Mautgebühren bezahlen, Ladevorgänge abrechnen oder Parkgebühren direkt von der Fahrzeugelektronik aus buchen sollen, brauchen sie eine digitale Identität – und ein Zahlungssystem, dem alle beteiligten Infrastrukturbetreiber vertrauen, ohne dass jeder eine bilaterale Vereinbarung mit jedem anderen treffen muss.

Blockchain-basierte Ansätze lösen dieses Interoperabilitätsproblem auf elegante Weise: Das Fahrzeug wird durch eine On-Chain-Identität repräsentiert, Smart Contracts regeln die Abrechnungslogik, und alle Transaktionen sind für die beteiligten Parteien transparent nachvollziehbar. In Stuttgarts Umfeld – mit Daimler, Porsche und Bosch als direkten Nachbarn – war dieses Szenario für viele Hackathon-Teams unmittelbar praxisrelevant.

Die Jury-Perspektive: Was funktioniert wirklich in der Praxis?

Dr. Schubert war beim Blockchain Hackathon Stuttgart 2018 und 2019 Teil der Jury und brachte dabei eine Perspektive ein, die für Entwicklerteams besonders wertvoll ist: die Sicht eines Unternehmens, das tatsächlich Blockchain-Lösungen evaluiert, beauftragt und in bestehende IT-Landschaften integriert. Viele Hackathon-Projekte scheitern nicht an der technischen Qualität, sondern daran, dass sie die Integrationskomplexität realer Unternehmensumgebungen unterschätzen.

Ihre Kernbotschaft an die Teams: Eine Blockchain-Lösung, die in einer SAP-dominierten Unternehmenslandschaft nicht mit bestehenden ERP-Systemen kommunizieren kann, wird nie aus dem Pilotprojekt herauswachsen – unabhängig davon, wie elegant der Smart-Contract-Code ist. Der Weg von einer brillanten Hackathon-Demo zu einem produktiven Unternehmenseinsatz führt über Schnittstellen, Datenmigration, Berechtigungskonzepte und organisatorische Change-Prozesse. Diese Realitätsnähe machte ihre Jurybewertungen besonders lehrreich für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Häufige Fragen

FAQ: FAQ zu Dr. Katharina Schubert

Worüber spricht Dr. Katharina Schubert beim Hackathon?
Dr. Katharina Schubert spricht über die Schnittstelle von Blockchain-Technologie und industrieller Anwendung, insbesondere in den Bereichen dezentrale Lieferketten und digitale Identität im Unternehmenskontext.
Was ist der berufliche Hintergrund von Dr. Katharina Schubert?
Dr. Katharina Schubert verfügt über einen Hintergrund in Informatik und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt auf dezentralen Systemen und digitaler Transformation in der Industrie.
An welchen Blockchain-Projekten ist Dr. Katharina Schubert beteiligt?
Dr. Katharina Schubert ist in verschiedenen Blockchain-Initiativen aktiv, die sich mit der praktischen Anwendung dezentraler Technologien in der deutschen Industrie beschäftigen, darunter Projekte im Bereich Supply Chain und digitale Identität.
Welche Bedeutung haben dezentrale Technologien für die Industrie?
Dezentrale Technologien ermöglichen es Unternehmen, Prozesse ohne zentrale Intermediäre abzuwickeln. Für die Industrie bedeutet das: transparentere Lieferketten, fälschungssichere Qualitätsnachweise und effizientere B2B-Transaktionen.
Wie verbindet Dr. Katharina Schubert Forschung und Praxis?
Sie verbindet theoretische Grundlagen der dezentralen Informatik mit praktischen Anwendungsszenarien aus der Industrie. Beim Hackathon teilt sie konkrete Erfahrungen aus der Umsetzung von Blockchain-Projekten in realen Unternehmensumgebungen.